Roobert zu Montag, 30. Oktober 17 am 17:59 Uhr | Permalink | Kommentare (0)
Es ist wieder so weit, Eva und ich gehen auf Reisen, und diesmal auch richtig weit weg:
Ab 2. November sind wir für fünf Tage in New York City. Danach fliegen wir nach Buenos Aires für drei Tage, dann mit der Fähre nach Uruguay auf eine 12-tägige Entdeckungsreise im Mietwagen.
Zurück geht´s wieder über New York mit einer Übernachtung.
Es ist Evas erste Übersee-Reise und mein erster Besuch in Uruguay, das Land interessiert mich schon länger. Wegen seines Lebensstandards und der Sicherheitslage wird es auch "die Schweiz Südamerikas" genannt.
Stay tuned, als unsere virtuellen ReisebegleiterInnen erfährt ihr alles fast live und aus erster Hand ;-) Und wir freuen uns auf eure Kommentare.
Roobert zu Montag, 30. Oktober 17 am 18:24 Uhr | Permalink | Kommentare (4)
Here we are. Über zwei Stunden anstehen bei der Einreisekontrolle, weil gerade extra viele Besucher ankommen. Unser AirBnB-Gastgeber Luca weiss auch warum: Dieses Wochenende findet der NYC-Marathon statt.
Wir wohnen in East Harlem,Höhe 112. Straße. Ist ein langer Tag für uns, nun ist Abendessen angesagt - Luca hat uns ein kubanisches Restaurant in der Nähe empfohlen.
Dort waren wir dann auch, im "Amor Cubano", Ecke 3rd Av./111. Straße, köstlich und mit hinreissender kubanischer Livemusik!
Roobert zu Freitag, 03. November 17 am 00:30 Uhr | Permalink | Kommentare (0)
Den ersten ganzen Tag in NYC starteten wir mit einem gemütlichen späten Frühstück im Central Park und einem Blitzbesuch am Empire State Building.
Danach trafen wir Royce, einen New Yorker mit österreichischen Wurzeln (sein Nachname ist Fröhlich), den ich 1981 am Weg nach New Orleans kennengelernt hatte. Unser Kontakt ist nie abgerissen.
Royce ist jungianischer Psychotherapeut und aktives Mitglied im "Rubin Museum of Art", das neben tibetischen und buddhistischen Exponaten auch eine Sammlung von Werken des berühmten Fotografen Henri Cartier-Bresson beherbergt. Just in dieser Abteilung ist fotografieren allerdings verboten.
Hier wird man aufgefordert, sich den tibetischen Mantras ganz hinzugeben.
Wir verbrachten einige Stunden miteinander und verabredeten uns für den 23. November, wenn wir am Heimweg von Uruguay kommend noch eine Nacht in NYC einlegen. Diese Nacht werden wir bei Royce und seiner Frau Rikki verbringen.
Eine Schule im Manahttener Stadtteil Chelsea. Beachte die Worte über den Eingangstüren: Für Burschen und Mädchen getrennt.
Der "New York Citypass" erlaubte uns einen zweiten Besuch am Empire State Building ("2nd visit same day after 8 pm"), das wollten wir nicht verfallen lassen:
Roobert zu Samstag, 04. November 17 am 04:29 Uhr | Permalink | Kommentare (3)
Nachdem wir gestern stolze 11 km (17.400 Schritte) zu Fuß zurückgelegt hatten, war heute Chauffieren lassen angesagt. Bzw. "Schiffieren". Die "Liberty Cruise", eine einstündige Fahrt am East River, von der 42. Straße an Manhattan vorbei zur Freiheitsstatue.
Ah ja, wir beide lassen uns auch mal wieder blicken ;-)
Und ... tataaa:
Mittlerweile war es schon gegen 16 Uhr, eine Besichtigung ging sich noch aus: Der Blick über New York, diesmal von der Plattform am Rockefeller Center, dem "Top of the Rock".
Das kleine Zwutschgerl rechts hinten ist übrigens die Freiheitsstatue.
Und dann die Aussicht in die andere Richtung:
Wenn dir der Nachbar den Blick auf den Central Park verbaut ...
Nach einem Abendessen in Little Italy, heimgekehrt, Gehdistanz nachgeschaut: 6,5 km :-)
Derzeit verschnaufen wir bei Gastgeber Luca, der sich gerade Pasta zubereitet. Wir werden dann noch auf einen Sprung ins Stammlokal machen, dem "Amor Cubano", nur ein paar hundert Meter entfernt.
Im Amor Cubano. Eine kleines, feines Lokal in der Latino-hood, Ecke 4th Av. und 110. Straße. Das im Vordergrund sind zwei (ehem.) Mojitos.
Und nun ein 25 Sek. Clip des Live-Duos. Kuba-feeling in NYC.
Dass die Musiker kaum zu sehen sind, dafür kann ich nichts. Sie sind einfach nicht beleuchtet, spielen im Schatten.
Doch plötzlich ging für ein paar Minuten irgendein größeres Licht in der 4th Av. an. Der Name des Duos ist mir entgangen, aber sehen können wir sie nun.
Roobert zu Sonntag, 05. November 17 am 01:01 Uhr | Permalink | Kommentare (0)
Ein durchwegs vernieselter Tag, also ideal für Museumsbesuche. Nr. 1: Das "Met Museum of Arts" in der 5th Avenue (Fotografieren verboten) und Nr. 2 das "9/11 Memorial" in Greenwich (Fotografieren im interessanten Teil verboten).
Eines der Fundamente der Twin Towers. Die Ausstellung ist in dieser riesigen unterirdischen Halle in kleine Abteile aufgeteilt. Kurze Videos aus der Umgebung, als die Flugzeuge einschlagen, Funkaufzeichnungen der Eingeschlossenen und der Rettungskräfte, Alltagsgegenstände der Opfer, geschmolzene Stahlträger, demolierte Einsatzfahrzeuge und das Gedenken der Opfer. 9/11 Memorial
Dann wieder uptown zum Times Square, auf eine Nachmittagsgönnung im Hardrock Café eingekehrt, vorbestellte Tickets für eine Broadwayshow abgeholt und rein ins Theater!
Carol King ist eine Komponistin und später auch Sängerin, die eine Menge uns bekannter Hits komponiert und auch gesungen hat, zB "You´ve got a friend", "Locomotion" oder "Natural Woman".
Das Musical zeigt Carol Kings Weg von der 16jährigen, die ihren ersten Song verkauft, bis zum Auftritt in der Carrnegiehall als Solosängerin ihrer eigenen Lieder.
Die Inszenierung war super gelungen, ein wunderbarer Abend mit Witz, mit kreativem Schwung und mit guter Musik. Verblüffende Szenenwechsel: Möbel, Requisiten, Hintergründe usw. wurden einfach per Seilzug her- und weggezogen.
Interessiert? Hier geht´s zu einem "Best of Carol King".
Gastgeber Luca pennt derweil 2 m Luftlinie von mir auf einer Matratze neben dem Wohnzimmertisch, er ist wirklich "easy going" ;-)
Apropos "going": Heute waren es wieder über 11 km.
Roobert zu Montag, 06. November 17 am 05:20 Uhr | Permalink | Kommentare (0)
Nach einem Frühstückshappen im Central Park, nur 10 Minuten entfernt bei einem vegetarischen Standl (Pita gefüllt mit Avokado, Ei und Humus), spazierten wir in Chinatown herum, besuchten den Washington Square Park in Greenwich Village und rasteten am Südrand des Central Parks.
Dann in ein vom "Lonely Planet" empfohlenes Minirestaurant in der Park Av., Höhe 97. Straße, ein typischer after work-hangout: "Earl´s Beer & Cheese". 3 m breit, ca. 25 m lang, um 17:30 Uhr bummvoll mit großteils fröhlichen jungen Männern in Bürokluft. Wanddeko: Röhrende Hirsche und Rehleins. Es hat gemundet.
Sorry folks, that´s all for today, no fotos available. Innerlich sind wir schon eingestimmt, morgen Di. um 21:50 Uhr von Newark nach Buenos Aires zu fliegen.
Ah, da hätt´ich doch noch was für Euch: Nina Hagen mit ihrer englischen Version von "New York, New York".
Roobert zu Dienstag, 07. November 17 am 00:42 Uhr | Permalink | Kommentare (2)
Nach einem köstlichen Brunch im "Sarabeths" (wieder eine Reiseführerempfehlung – am Wochenende muss man lange anstehen, um einen Platz zu bekommen) sind wir bereit zur Weiterreise. Erst nach Newark, New Jersey, dann zum gleichnamigen Flugplatz.
Morgen Mittwoch kommen wir nach zehn Stunden Flug um 10:50 Uhr argentinischer Zeit an, also um 14:50 MEZ.
Für alle, die auch auf Twitter unterwegs sind: Unter dem Hashtag #EvaRooAmerika sind wir auch zu finden.
¡Hasta mañana!
Roobert zu Dienstag, 07. November 17 am 19:09 Uhr | Permalink | Kommentare (0)
Irgendwo über Brasilien ;-) heute früh im Anflug auf Buenos Aires.
Rund eine Stunde brauchten wir mit dem Taxi vom Flughafen zum Hotel in der Innenstadt. Um wohlfeile 30,- €/Nacht für das DZ kann man nicht viel erwarten, aber es passt schon. Jetzt ist erst mal Orientierung in der Stadt mit knapp 3 Millionen Einwohnern angesagt.
Da wir schon übermorgen Freitag nach Uruguay übersetzen werden, wollten wir einen raschen kompakten Überblick bekommen und machten eine 3-stündige Busrundfahrt.
Dabei, und auch schon am Fußweg zur "Haltestelle Null" (von 25), wurde deutlich, wie vielfältig Buenos Aires ist. Kleine Gässchen mit viel Autoverkehr und Minigeschäften aller Art, großzügige Avenidas mit historischen Gebäuden, ein eher ärmliches und heruntergekommenes Viertel ("La Boca", der Mund, bezogen auf die Flussmündung des Rio de la Plata, das erstes Siedlungsgebiet), Büro-Wolkenkratzer für nationale und internationale Konzerne und ein Shopping- und Kaffeehausviertel, das vor allem von Jugendlichen frequentiert wird ("Palermo").
Ein paar Eindrücke:
Der Präsidentenpalast "Casa Rosada" - die Farbe kommt von Ochsenblut, das dem Kalk beigemischt wurde.
"La Bombonera", das Fußballstadium der "Boca Juniors".
Der Spruch rechts neben der Sonne lautet: "Wenn Tyrannei zum Gesetz wird, wird Rebellion zu Gerechtigkeit". La Boca war und ist ein Zentrum des politischen und sozialen Widerstands.
Während der Rundfahrt hat der Sprecher dutzende berühmte argentinische Persönlichkeiten aus Kunst, Kultur und Sport genannt (Lionel Messi war nicht darunter). Den einzigen, den ich kannte: Den Formel 1-Rennfahrer der 1950er Jahre Juan Manuel Fangio.
Buenos Aires ist trotz aller Dichte eine sehr grüne Stadt. Selbst in vielen kleinsten Gassen stehen Bäume. Dort, und auch in den zahlreichen großen Parks ist der blau-violette Kaiser- oder Blauglockenbaum allgegenwärtig.
Die "Avenida 9 de Julio" war bis 1960 mit 140 m Breite die breiteste Straße der Welt, mit sieben Fahrspuren in jede Richtung. Die Spuren in der Mitte sind für die Metrobusse reserviert.
Und in dieser heimeligen Atmosphäre, unserem Hotel"garten", ist der heutige Blogeintrag entstanden ;-)
Und nun Abendessen beim „Pippo“, 6 Blocks vom Hotel entfernt. Der Reiseführer hat‘s als Einheimischentipp empfohlen, können wir bestätigen.
Roobert zu Mittwoch, 08. November 17 am 16:39 Uhr | Permalink | Kommentare (2)
Wie sich heute herausstellte, haben wir das "San Remo Cityhotel" trotz aller Einfachheit gut gewählt. Alles, was wir heute vorhatten, lies sich zu Fuß gut erreichen: Frühstücken sowieso, die Tickets für die Fähre morgen nach Uruguay kaufen, in der Fußgängerzone flanieren, auf einen Kaffee einkehren und ein Milonga-Lokal (Tango!) für heute Abend finden. Aber der Reihe nach, wieder die Eindrücke des Tages:
Aníbal Troilo war einer der Großmeister des "Tango Argentino". Dieses Grafitti ziert die Fassade unseres Frühstückslokals.
In der Fußgängerzone.
Wie praktisch: Die Spiegelfassade des Hause zeigt gleich, was gegenüber zu sehen ist.
Im Gespräch mit einer freundlichen "Porteña", Einwohnerin von Buenos Aires.
25 Std. geöffnet? Den Kollektivvertrag dieser Drugstore-Kette würde ich gerne mal sehen.
Eine dieser kleinen Gassen, die ich gestern erwähnte.
Die Tageslosung eines der über 10.000 "Cartoneros" in Buenos Aires. Der Link führt zu einer 12-minütigen Doku.
Das Besondere aller Busse: Jede Buslinie hat ihr eigenes Design, dh. dass man sie nicht nur an der Liniennummer, sondern auch an den Farben und ihren Anordungen erkennen kann.
A propos Öffis: in Buenos Aires gibt es sechs Ubahnlinien, genannt "Subter" von "subterráneo", unterirdisch. Die erste Linie wurde bereits 1913 eröffnet.
Die Subter hat wie bei uns einzelne Waggons, aber mit Durchgangsmöglichkeit durch den ganzen Zug. Wenn man kann ;-)
Nun rasten wir in dem idyllischen Hotel"garten" (s. das vorletzte Bild von gestern), später werden wir ein Lokal in der Nähe aufsuchen, in dem jeden Donnerstag von 16 bis 22 Uhr Tango Argentino getanzt werden kann. Diese Abende nennen sich "Milongas".
Übrigens: Wer im November gerne Hitzesudern will, ist in Buenos Aires bestens aufgehoben. Wir sind heute knapp acht km bei 28 Grad marschiert.
Nächtliches Update: Wie geplant waren wir noch im "Nuevo Chiqué" beim Milonga-Abend.
Da wir erst kurz vor dem Ende hinkamen, waren nur noch wenige Paare dort. Aber wenn wir mitgetanzt hätten, hätte es ungefähr so ausgesehen:
Was Könner des Tango Argentino an gutbesuchten Abenden so auf´s Parkett legen, kann man in diesem 20-minütigem Video sehen.
Zum Abschluss des Abends gönnten wir uns noch ein Glas Rotwein im "Los 36 Billares".
Roobert zu Donnerstag, 09. November 17 am 22:02 Uhr | Permalink | Kommentare (0)
Nach kurzer Überfahrt von Buenos Aires sind wir soeben in Colonia del Sacramento in Uruguay angekommen. Nach den Megagroßstädten NYC und Buenos Aires fühlt es sich hier entschleunigt wie in der Karibik an ;-)
In dieser ruhigen Straße liegt unser AirBnB-Quartier – geräumig, hell, voll ausgestattet, superschnelles WIFI, für bis zu vier Personen, falls Ihr auch im Real Life auf unseren Spuren wandeln wollt ;-)
Als erstes spazierten wir durch die sehr überschaubare Altstadt zum Leuchtturm, der auch noch heute, solarbetrieben, seine Dienste versieht.
Die historische Altstadt wurde 1680 als portugiesische Kolonie gegründet und ist seit 1995 UNESCO-Weltkulturerbe. Mehr über die Stadt lässt sich hier nachlesen.
In der Altstadt. Abendessen, lokale SIM-Karte besorgt, was man halt so braucht. Letztere wird uns ab Sonntag auf unserer Auto-Tour durch das Land nützlich sein: Statt teuer ein Navi zu mieten, verwenden wir unterwegs einfach Google Maps. Und 100 Pesos (rd. 4,- €) für 1,5 GB Datenvolumen sind erschwinglich.
Eine gewisse Herausforderung ist mir das uruguayanische Spanisch. Castellano spreche ich leidlich gut, aber der Dialekt ist schwer verständlich. Ein Detail für Hispanophile: Das Doppel-L, ll, wird im Castellano als "lj" gesprochen, hier aber oft mit "sch". So wird zB aus dem Wort für Schlüssel "llave" = [ljave]) ein [schave]. Gemessen an meiner Schwierigkeit, die Einheimischen zu verstehen, dürfte das aber nicht der einzige Unterschied zum Castellano sein ;-)
Update: Habe eben einen interessanten Überblick zum Unterschied zwischen Castellano und dem südamerikanischen Spanisch gefunden: Blogeintrag.
Roobert zu Freitag, 10. November 17 am 20:40 Uhr | Permalink | Kommentare (0)
Habe ich schon erwähnt, dass sich Colonia so karibisch anfühlt? ;-) Kleine, einfache Häuser, kaum Verkehr, gemütliche Leute. Hier ist ja gerade Frühling, Sonnenschein mit angenehmer Brise, rund 25 Grad.
Zum Brunchen fuhren wir nördlich aus der Stadt hinaus. Der rote Pickup neben dem Restaurant ist einer von vielen Oldtimern. Friedliche Hunde laufen frei herum, auch in der Stadt.
Zufällig entdeckten wir diese ehemalige (nicht begehbare) Stierkampfarena. Sie wurde 1910 eröffnet und nur zwei Jahre später wegen des Verbotes von Stierkämpfen wieder geschlossen. Viele Bilder, auch historische, sind hier zu sehen.
Danach ging´s zurück in die Altstadt, in den nördlichen Teil, die einfach wunderbar schön und grün ist.
Nach einem Kaffetscherl kehrten wir in die Wohnung zurück und planen gerade die Rundfahrt ab morgen. Das Abendupdate folgt später ...
... Und jetzt ist später. Ein neuerlicher Altstadtspaziergang, ...
... einem maritimen Abendessen im Sonnenuntergang ...
... und einem one person one picture Fotoshooting :-)
Doch das Wesentliche ist, wir haben einen Plan für die kommenden zehn Tage. Die Route durch Uruguay, von unserem Gastgeber für gut befunden ("Wow, an amazing trip"), ist ausgetüftelt:
Somit haben wir 10 Etappen, bis wir wieder in Colonia sind. Neun davon sind unter drei Stunden Fahrzeit, nur eine hat sechs. Auch bei diesem Reisestil, dem kompakten Eindrücke Sammeln, harmonieren wir sehr :-) Ist auch gut möglich, dass wir spontan die eine oder andere Station auslassen – a ver.
Roobert zu Samstag, 11. November 17 am 20:01 Uhr | Permalink | Kommentare (3)
Der erste Eindruck: Das Land ist endlos weit, spärlichst besiedelt und großteils land- und viehwirtschaftlich genutzt. Zur Orientierung: Uruguay ist halb so groß wie Deutschland und hat 3,3 Millionen Einwohner, wovon 2 Millionen im Ballungsraum Montevideo leben. Statistisch 19 Einwohner pro km2 gegenüber 230.
In Carmelo, der Plaza de la Independencia. Und ein Denkmal für einen während der Diktatur 1973 bis 1985 umgebrachten Mitbürger.
Aldo Perrini ‘Chiquito', 25.5.1939 - 3.3.1974
Wir haben ihn ungerechtweise verloren, nur wegen anderen Denkens.
Familie Perrini
-> Militärdiktatur Kap. 9
Einn Wahrzeichen von Carmelo ist diese Brücke über den Arroyo de las Vacas, den Bach der Kühe: Die "Puento Giratorio", die einzige handbetriebene Drehbrücke Südamerikas.
Nun sind wir schon in Mercedes, dem heutigen Tagesziel. Bei diesem Bild hatte ich den Bildtitel schon im Kopf: "Vorstadt von Mercedes". Doch als wir bei unserem Quartier mitten in der Stadt ankamen, war klar: Das IST schon die Stadt :-)
Rechts das grüne Haus ist unser bei booking.com gestern gebuchtes Apartement für heute Nacht. Die freundliche Rosa hat uns empfangen, sehr herzlich, angenehm!
Nun erkunden wir die Stadt. Um den Rio Negro zu erreichen, mussten wir nur ein paar Blocks nördlich gehen.
Am Weg dorthin: Eines der wenigen historischen Gebäude in Mercedes (nebst ein paar Kirchen):
Das "Cine Rex Theatre", dessen Name ich interessant finde. "Theatre" ist ein französisches oder englisches Wort (spanisch wäre es "Teatro"), doch meines Wissens war Uruguay nie eine französische oder englische Kolonie.
Während einer beschauliche Kaffeezeit am hiesigen Unabhängigkeitsplatz, innerhalb 20 Minuten gesehen - das Kuratorium für Verkehrssicherheit hätte seine Freude damit:
Unser Favorit ist das Bild rechts unten :-)
Auf der "Rambla Carlos Federico Saez" angekommen, einer mächtig breiten Straße, die um 17 Uhr fast menschen- und autolos war.
Das Ufer des Rio Negro ist ein weitflächiges Naherholungsgebiet für die MercedesianerInnen, junge Leute und Familien bevölkern es, neben ihren Mopeds am Boden sitzend oder in mitgebrachten Campingstühlen. Plus einem Gewandmarkt und einer Band, die sich und die Bühne gerade auf den Abendgig vorbereitete.
Würstelstand in Uruguay ;-)
Mittlerweile war die Sonne untergegangen [#SiestaOff] und auf einmal wimmelte es auf der Rambla nur so von Menschen und Autos. Was fast gespenstisch anmutete: KEIN Auto fuhr schneller als 20, 25 kmh, bei erlaubten 45 kmh. Nicht wegen eines Staues, einfach so. Nur die Radfahrer und manche Mopeds waren schneller. Dieses 16 Sek.-Video zeigt das Tempo in Echtzeit: Verkehr auf der Rambla.
Und hier ein vergnüglich geschriebener Artikel über das Autofahren in Uruguay.
Morgen Montag erwarten uns um 9 Uhr (13 Uhr MEZ) ein Apfelkuchenfrühstück von Rosa und neue Entdeckungen: Das Tagesziel ist Salto, rund 340 km mit 3 Stunden Fahrzeit den Rio Uruguay entlang nach Norden. Despacio, langsam.
Roobert zu Sonntag, 12. November 17 am 19:24 Uhr | Permalink | Kommentare (4)
Die Strecke von Mercedes nach Salto bot landschaftlich nicht viel Neues, nur eine Spur welliger wird das Gelände (hügelig wäre übertrieben gesagt). Riesige Felder, Wiesen mit Rinder- und Ziegenherden, Pferde. Vereinzelte Wohnhäuser oder was es einmal war. Es sind fast nur LKW unterwegs.
Meist ist die Straße asphaltiert ...
Manchmal auch ohne Asphalt und immer halbwegs gut fahrbar.
Zwischenstopp in Paysandú, das auch am Rio Uruguay liegt, die Grenze zu Argentinien. Die Stadt gleicht Mercedes.
Eigentlich wollten wir den als Wahrzeichen von Paysandú beschriebenen Friedhof besuchen, haben aber wegen der brütenden Hitze (ca 28 Grad) umdisponiert und sind gleich weitergefahren. Um dann zu einem Oldtimerfriedhof zu kommen ;-)
Was die Abwechslung unterwegs angeht: Manchmal geht´s durch Waldgebiet ...
Und manchmal nicht. Wobei es überhaupt nicht langweilig wird, es gibt so viele wunderschöne Ausblicke ins weite Land, die aber auf Fotos nicht wirken, weil es dermaßen flach ist. Wir tun unser Bestes ;-)
In Salto angekommen, und welche Überraschung! Das ist wirklich wieder mal eine richtige Stadt mit mehr als Erdgeschoßhäusern und einigen belebten Straßen, trotz Siestazeit. Sogar mit Parkraumbewirtschaftung.
Unser gestern gebuchtes Apartement ist tadellos und endlich gibt es auch einen gescheiten Ausblick von der Terrasse.
Demnächst starten wir den Abendspaziergang. Update folgt. Hasta luego.
Am Rio Uruguay, wenig los, schöne Stimmung.
Das Rätsel des Tages: Wie kommt das Bier zu seinem Namen? Die Kellnerin (und einige Reiseblogeinträge) bestätigen, dass es in Uruguay hergestellt wird und dass niemand weiss, woher der Name kommt, auch die Brauerei selbst nicht.
Gesucht, gefunden: Die Facebookseite der "Cerveza Zillertal", ist aber auch nicht hilfreich. Also habe ich sie gefragt ... falls Antwort kommt, werde ich berichten.
Das ist der Plan für morgen Dienstag, von Salto an die brasilianische Grenze nach Artigas, 200 km, aber keine Schnellstraßen wie heute, spannend.
Übrigens findet am Dienstag ein freundschaftliches Fußballmatch Österreich gegen Uruguay in Wien statt (Männer, leider). Um 20:45 MEZ, 16:45 bei uns, Pflichttermin in irgendeiner Bar ;-)
Roobert zu Montag, 13. November 17 am 21:49 Uhr | Permalink | Kommentare (3)
Am Weg nach Nordosten, weg vom Rio Uruguay ins Landesinnere und Richtung brasilianischer Grenze,veränderte sich die Landschaft langsam. Oder hat sich unser Blick verändert? Eindrücke, ohne viele Worte.
Am Friedhof eines kleinen Pueblos.
Und dessen Polizeistation.Rechts daneben, hinter den Bäumen: Die Polyklinik.
Je weiter wir ins Landesinnere kamen, desto steppenartiger wurde der Boden.
Unser Tagesziel: Das Städtchen Artigas an der Grenze zu Brasilien, dem Río Cuareim.
Der Blick vom Hotelbalkon.
Wie gewohnt, werden wir nun die Stadt per pedes erkunden, inkl. der einen Km langen Brücke nach Brasilien. Update folgt!
Österreich spielte heute in Wien gegen Uruguay Fußball, ganz stilecht in einem Cafe angesehen. Hier das Tor der Ösis zum Endstand von 2:1. Die vier anderen Gäste hat es nur mäßig interessiert.
Weiterspaziert, langsam festgestellt, dass sich die Dörfer und Städte irgendwie ähnlich sind. Ob ländlich ruhig oder urbaner mit Geschäften und Leben auf der Hauptstraße, der Stil ist, was ja auch nicht verwundert, ähnlich.
Staatsgrenze ganz im Nordosten: Die Puente de la Concordia, sie führt einen Km lang über den Río Cuareim nach Brasilien.
Die traditionelle Form einer WhatsApp-Gruppe ;-) die Damen treffen einander zum Plausch am kühlsten Ort der Stadt, in einer Kirche.
Es wurde dunkel und wir fuhren quer durch die Stadt, auch durch ein sehr schlichtes Viertel nahe dem Fluß, die Familien sitzen in Klappsesseln vor der Tür am Gehsteig zusammen.
Wir beginnen darüber nachzudenken, ob wir nicht die eine oder andere Station überspringen wollen. Zugunsten wofür ist noch nicht klar. Fix ist, dass wir morgen bis Tacuarembó 200 Km südlich fahren und dann weitersehen. Die uruguayische Hauptstadt der Gauchos ;-)
Roobert zu Dienstag, 14. November 17 am 20:09 Uhr | Permalink | Kommentare (8)
Heute wollen wir uns zu Beginn den Rindern widmen. Die Landschaft ist hügelig, die Grundstücke kleiner, die Jungtierherden sind überschaubarer und näher. Ob sie ihr ganzes Leben auf der Weide grasen dürfen, oder mit einem bestimmten Gewicht in eine Mastanstalt kommen, darüber gehen die Meinungen in verschiedenen Foren auseinander.
Die Neue Zürcher Zeitung mit einem ausführlichen Artikel: Rinderzucht in Uruguay.
Eva ist es gelungen, einer kleinen Herde näherzukommen. Hier ein beschauliches 22 Sek.-Video: Rinder grasen am Teich.
Die riesigen Waldflächen sind abwechselnde Monokulturen, alles schön in Reih und Glied.
In Tacuarembó. Nach einer Erfrischungspause steuerten wir das "Complejo Sepe Cabañas" an, das wir gestern gebucht hatte. Traumhaft.
Rechts unsere Cabaña, gleich links daneben die Rezeption, wo das WIFI beheimatet ist. Somit haben wir auf dem Bankerl guten Empfang ;-)
Und der Ausblick von jenem Bankerl. Passt.
Nun, ihr kennt es schon, werden wir die Stadt erkunden. Update folgt, como siempre.
Bevor wir loszogen, kam uns noch ein Pfau besuchen, nachdem er von der Nachbarin ein paar Leckerli bekommen hatte.
Dann ein typisches "Shit happens": Nach ein paar Km Richtung Stadt hatte der linke Hinterreifen einen Platten. Zum Glück waren ein Reservereifen und ein Wagenheber im Kofferraum. Die vier Schrauben zu lösen, war eine Herausforderung ;-) Nach ein paar Minuten blieb ein Wagen stehen und ein Mann bot uns seine Hilfe an. Wäre nicht nötig gewesen, aber die Selbstverständlichkeit, mit der er mittat, war beeindruckend.
Das Museum der (ausgerotteten) Indigenen hatte schon zu, das steht morgen am Programm. Abendessen, Stadtspaziergang, den Kindern beim farbenwechselnden Springbrunnen zusehen ... und heimgekehrt.
Erstmals haben wir für den nächsten Tag noch kein definiertes Ziel. Irgendwo auf halbem Weg nach Montevideo wird es werden, ganz spontan ohne Vorbuchung, wo es uns gefällt.
Roobert zu Mittwoch, 15. November 17 am 20:46 Uhr | Permalink | Kommentare (1)
Der Besuch im Museum der Indigenen und der Gauchos war nicht sonderlich interessant, wenige Exponate, kaum Erklärungen, sehr spärlich. Da erfährt und sieht man im Internet in kürzester Zeit mehr.
Alle ursprünglichen Einwohner wurden im 19. Jahrhundert innerhalb weniger Jahrzehnte getötet. Das waren etwa die Charrúas, Guanaes, Yaros und die Chanaes.
Und die Gauchos waren einsame, respektierte und aufrechte Gesellen, die ursprünglich tausende verwilderte Rinder in der weiten Pampa einfingen.
Eine interessante Zusammenfassung: Die Gauchos.
Im anfangs strömenden Regen machten wir einen Abstecher nach San Gregorio de Polanco, laut Reiseführer der "wahrscheinlichst ruhigste Ort des Landes". 3.500 Einwohner, am Stausee des Rio Negro gelegen, ist es als Urlaubsort und für seinen Kaviar bekannt.
Und dafür, dass es ein Freilichtmuseum der Bildenden Künste ist ("Museo de Cielo Abierto", des offenen Himmels).
50 KünstlerInnen haben die Stadt gestaltet. Eine kleine Auswahl:
"Die Welt verändern, Freund Sancho, das ist nicht Wahnsinn oder Utopie, sondern Gerechtigkeit!"
Nach rund 1,5 Std. Fahrzeit erreichten wir unser Tagesziel El Paso de los Toros, das ebenfalls an einem Stausee des Rio Negro liegt.
Den Stier, der im verlinkten Wiki-Artikel zu sehen ist, haben wir noch nicht entdeckt. Aber die "Parroquia Santa Isabel" hat Eva gefunden, während ich den Blog schrieb.
"Bomberos", Feuerwehr.
Unser Quartier, die "Posada Don Manuel", ist sehr schlicht, hat aber alles, was wir brauchen. Manuel vermietet den Raum erst seit diesem Monat, alles ist ganz neu. Dass er nur Fotos von innen bei booking.com herzeigt, ist eine gute Idee ;-) Für uns passt es völlig.
Morgen Freitag fahren wir direkt die 260 Km in die Hauptstadt Montevideo. Ländliche Gegend und Städte haben wir genug gesehen. Großstadt, wir kommen.
Roobert zu Donnerstag, 16. November 17 am 21:33 Uhr | Permalink | Kommentare (3)
Den Stier, ein Wahrzeichen von El Paso de los Toros, haben wir bei der Abfahrt dann doch noch entdeckt.
Erster Zwischenstop am Weg nach Montevideo: Durazno, eine unglaublich grüne Stadt; mächtige Bäume beiderseits aller Straßen im Zentrum.
Diese 1892 erbaute Statue von Kolumbus birgt etwas Besonderes: Errichtet von einem Komitee von Einwanderern, schrieben sie ihre Erwartungen an die Stadt auf. Diese Dokumente wurden in der Hohlkugel an der Spitze aufbewahrt und verfügt, dass sie erst 100 Jahre später gelesen werden durften, was 1992 geschah.
Um den genauen Inhalt zu erfahren, muss man das Casa Rivera Museum besuchen, wie wir erst jetzt erfahren haben. 1992 wurden auch wieder Schriften in der Hohlkugel platziert, gelesen werden sie 2092.
Quellen: Der oben verlinkte Wiki-Artikel über die Stadt und etwas ausführlicher der Blog eines Reisebegeisterten über Durazno.
Offenbar gibt es doch auch Massentierhaltung. Ein Mitarbeiter dieses Betriebs erzählte etwas von "Quarantäne" und "verbotener Konzentration der Tiere", weshalb wir nicht weitergehen durften. Zugegeben, ganz genau habe ich ihn nicht verstanden.
Montevideo. Zwei Millionen Einwohner im Ballungsraum, 2/3 aller Uruguayos.
Unser AirBnB-Quartier, das ganz auf Tibetmotive und Buddhastatuen setzt. Mehr ein gut besuchtes Hostel, als das gebuchte "Privatzimmer", aber immerhin, abgesehen vom 4-Stern Hotel in Artigas, ist es das (Zitat Eva) "schönste Zimmer bisher".
Roobert zu Freitag, 17. November 17 am 22:44 Uhr | Permalink | Kommentare (0)
Als der portugiesische Eroberer Ferdinand Magellan die Gegend von Montevideo entdeckte, vermerkte er im Logbuch "Ich sah einen Berg". Damit meinte er den 132 m hohen Hügel gegenüber dem jetzigen Hafen, erfahren wir nebst vielem anderen im Wiki-Artikel über Montevideo. 1,3 Millionen Einwohner, 2 Millionen im Ballungsraum.
Immer gut für den ersten Überblick: Die Stadtrundfahrt im Hop on Hop off-Bus. Für Euch: Eindrücke, nicht die typischen Sehenswürdigkeiten:
Das Estadio Centennario, das für die erste Fußball WM 1930 errichtet wurde, die Uruguay auch gewann. Ursprünglich für 100.000 Besucher gebaut, musste die Kapazität aus Sicherheitsgründen auf 60.000 reduziert werden.
Welche Bedeutung dieser Sport in Uruguay hat, lässt sich auch an den auf Wikipedia genannten "Söhne und Töchter der Stadt" ablesen. Waren es im 19. Jahrhundert noch Politiker, Militärs, Schriftsteller, Maler oder Journalisten, dominieren seit etwa 1900 die Fußballer. Die erste Frau wird 1871 genannt, Cläre Stinnes, als Ehefrau eines Industriellen. Ideal für Detailstudien ist diese Liste: Söhne & Töchter Montevideos von 1700 bis 2000.
Einen Stopp nutzen wir, um die Tickets für die Fähre von Colonia nach Buenos Aires für Mittwoch zu kaufen. In einem riesengroßen Einkaufszentrum, das auch USB-Ladestationen in den Gängen zur Verfügung stellt.
Eine Stunde später, wieder im Bus.
Die Stadtverwaltung verkauft offenbar Werbeplatz auf den Straßenschildern. Hier "moviestar", ein Handynetzanbieter, und "WhatsApp", nebst vielen anderen Branchen.
Eine ähnliche Usance wie in Österreich, wenn die Hörsäle an den Universitäten bezahlterweise nach Konzernen benannt werden.
Ein Witz zum Thema: Ein Coca Cola-Vertreter kommt in den Himmel und bietet Petrus 10 Mio. Dollar, wenn das Gebet auf "unser tägliches Cola gib uns heute" geändert wird. Petrus: Nein. Vertreter: 100 Mio.? Petrus: Hmm, naja, nein. Vertreter: 1 Mrd. Dollar? Petrus ruft Gott an: Chef, wie lange läuft unser Vertrag mit der Bäckerinnung noch?
Auf der 22 Km langen Rambla entlang des Rio de la Plata. Seit 2011 Kandidatin des "UNESCO-Weltkulturerbes".
In der Altstadt endete die Rundfahrt. Wir machten uns beherzt und im Gedenken an unsere langen Streifzüge in NYC zu Fuß auf den Weg in Hostel Tibet im Stadtteil Pocitos, 6 Km.
Ein Kino entlang des Weges. Der 2. von links dürfte Alfred Hitchcock sein, aber wer sind die anderen ? ¿Algunas ideas?
Der Palacio Salva. DAS Wahrzeichen der Stadt im Art déco-Stil. Eröffnet 1928, war er mit 105 m Höhe zumindest für sieben Jahre das höchste Gebäude Südamerikas.
Heimgekehrt, in der Nähe zum Abendessen eingekehrt, und um 00:30 Ortszeit direkt vor unserem Fenster:
Ein Taxi und ein Moped kollidieren. Der bewußtlose Mopedfahrer wird schon wenige Minuten danach von der Rettung abgeholt.
Unser Plan für morgen Sonntag: Wir treffen den österreichischen Auswanderer Ernesto im noblen Punta del Este, 130 Km östlich an der Küste und besuchen seine Farm. Ernesto ist ein uns unbekannter Freund einer Freundin und wir sind gespannt auf die Begegnung.
Roobert zu Samstag, 18. November 17 am 23:56 Uhr | Permalink | Kommentare (1)
Am Ende der Mündung des Rio de la Plata in den Südatlantik, 130 Km östlich von Montevideo, liegt Punta del Este, ein mondänder Badeort, der fast nur aus Hotelburgen besteht.
Hier treffen wir den 70jährigen Österreicher Ernst, der seit 25 Jahren mit seiner Frau Marie Claire großteils in Punta del Este lebt. Er engagiert sich für nachhaltige und regionale Wirtschaft und einer seiner Leitsätze lautet sinngemäß: "Rezepte haben viele, aber wir brauchen die Köche, die es auch machen."
Ein paar Landschaftseindrücke auf dem Weg zu deren Farm, rund 50 Km nördlich von Punta del Este:
Bei einem delikaten Abendessen à la Marie Claire erzählte Ernst viel Interessantes über das Leben in Uruguay, über die Einwanderungsbestimmungen, dass keine Baugenehmigungen nötig seien, dass man am Besten als Selbständiger hier arbeitet und dass es auch ein Pensionsabkommen mit Österreich gibt.
Da wir (erstmals auf unserer Reise) rund um die Farm keinen Netzempfang hatten, weiss ich nicht genau, wo wir waren ;-) Ungefähr im rot eingekreisten Gebiet.
Auf der Rückfahrt nach Montevideo gerieten wir, ebenfalls erstmals in Uruguay, in einen Stau: Wochenendrückreiseverkehr.
Morgen Montag, am letzten Tag in Montevideo, werden wir (mindestens) zwei Museen, einen Markt und einen Aussichtsturm besuchen. Stay tuned.
Roobert zu Montag, 20. November 17 am 03:56 Uhr | Permalink | Kommentare (4)
Erstmals fuhren wir mit dem Bus ins Zentrum. Die Hand mit den Banknoten gehört dem Schaffner, der nur mitfährt, um den Fuhrlohn zu kassieren. Praktisch, für alle Beteiligten.
Das erste Ziel: Der "Palacio Municipal", das Rathaus im Zentrum, das vom 22. Stock bei freiem Einritt einen tollen Blick über die Stadt ermöglicht. Er zeigt, wieviel grün man unten in den Straßen sieht.
Im Hintergrund: Der Hügel, den Magellan zuerst entdeckte und damit Montevideo seinen Namen gab ("Ich sah einen Berg", siehe den Eintrag von gestern).
Eine vielerorts bewährte Attraktion: Hier können Liebespaare ein Schloss anbringen und ihrer Beziehung eine ewige Qualität geben.
In Ermangelung eines Schlosses haben wir improvisiert. Nicht so unvergänglich, wie aus Metall, aber hey, was ist das schon? ;-)
Ganz in der Nähe: Das "Gaucho- und Geldmuseum". Es ist wesentlich interessanter, als das in Tacuarembó (wir haben berichtet, Tag 7). Hier nochmal der Link zum ausführlichen Wiki-Artikel über die Gauchos.
Waffen, Steigbügel und Sporen. Auch zu sehen: Alltagsgegenstände, kunstvoll ziselierte Mate-Tee Becher, lebensgroße Pferdeattrappen u.v.a.m.
Am Weg durch die Altstadt beim Hafen hat sich ein Obdachloser eingerichtet.
Danach besuchten wir das Museum zum Andenken an den Absturz eines uruguayischen Flugzeugs in den Anden von 1972. Von den 45 Personen an Bord überlebten 16 unter unglaublichen Bedingungen 72 Tage lang auf 4.500 m Seehöhe im Schnee. Hier eine Zusammenfassung der wundersamen Geschichte um Flug 571.
Wir wurden ersucht, wegen Urheberrechten keines der ausgestellten Fotos zu veröffentlichen. Deshalb behelfe ich mir mit Zeitungsartikel.
Zeitungsausgaben zum 25- und 30-jährigen Gedenktag.
Genug der Museen. Nach einer Verschnaufpause im Hostel gönnten wir uns einen musikalisch sehr entspannenden Liederabend im "Teatro Solis".
Der uruguayische Gitarrespieler und Sänger Diego Kuropa beging sein 10-jähriges Bühnenjubiläum mit den Bandmitgliedern der jeweiligen Zeit. Er bekam standing ovations.
Lieblich, beschwingt, romantisch, das war ein passender Ausklang für unseren Aufenthalt in dieser dermaßen gemütlichen und entschleunigten Stadt.
Hier geht es direkt zu einer youtube-Liedersammlung von Diego Kuropa.
Morgen Dienstag fahren wir zum Ausgangspunkt der Uruguay-Rundfahrt zurück, nach Colonia del Sacramento, um am Mittwoch die Rückreise nach Wien zu beginnen. Nolens volens ;-)
Roobert zu Montag, 20. November 17 am 23:20 Uhr | Permalink | Kommentare (0)
Am Weg aus Montevideo hinaus besuchten wir noch zwei Museen. Das "Museo de Arte Precolombina", es stellt eher für Kinder einige wenige Apekte der Kultur der Indigenen in Mittel- und Südamerika vor Kolumbus dar.
Und das "Museo de la Memoria" zum Gedenken an die Militärdiktatur 1974-1983, bzw. an den letztlich erfolgreichen Widerstand. Hier fehlte uns geschichtliches Detailwissen, um die Exponate einordnen zu können.
Den Schlusspunkt in Montevideo setzten wir mit einer Fahrt auf den Hügel gegenüber des Hafens, den "Berg", der Montevideo seinen Namen gegeben hat. Der "Cerro de Montevideo". Seehöhe 134 m.
Die "Fortaleza de General Artigas" beherbergt eine Bücherei und vier Museen, die sich besonderen geschichtlichen Daten widmen.
Der bis auf weiteres letzter Blick hinüber nach Montevideo ...
Auf halbem Weg pausierten wir in San José de Mayo, lt. Reiseführer einer der ältesten Städte Uruguays - also eine, die schon länger so ähnlich aussieht, wie alle anderen ;-)
Im Ernst: Im 19. Jahrhundert war sie als Klein-Montevideo bekannt (Montevideo chico) und kurz auch provisorische Hauptstadt Uruguays. Mehrere historische Gebäude sind gut erhalten.
Auch "Nueva Helvecia" lag auf unserem Weg. Ende 1861 wanderten 600 Europäer, überwiegend Schweizer, ein. Aktuelle Söhne & Töchter der Stadt: Sieben Fußballspieler, zwei Politiker und eine Literaturprofessorin.
Immerhin ist dieser auf den ersten Blick originelle Straßenname eine Ehrung für eine weitere Frau: Teresa Wirz de Vogel ist 1876 aus Unterwalden/Schweiz eingewandert und war über 30 Jahre die einzige Hebamme im Ort. [Quelle]
Vermutlich das letzte Landschaftsfoto, das wir bieten können. Das Palmenspalier kurz vor Colonia del Sacramento, wir fühlen uns geehrt.
Nein, das ist nicht unser Auto nach der Rundfahrt ;-) Wir sind zurück am Ausgangspunkt, am Hafen von Colonia del Sacramento.
Der Kreis, bzw. das Laberl, ist geschlossen. Heute nächtigen wir zum letzten Mal in Uruguay, mit unglaublich vielen, tollen Eindrücken. Morgen Nachmittag geht die Fähre nach Buenos Aires und am Abend heben wir zurück nach New York City ab.
Roobert zu Mittwoch, 22. November 17 am 00:25 Uhr | Permalink | Kommentare (2)
Die letzten Sonnenstrahlen in Uruguay genießen ...
... den Blogeintrag zum ersten Rückreisetag schreiben ...
Und dann die schlechte Nachricht: Unser Flug von Buenos Aires, planmäßig um 21:00 Uhr Ortszeit, hat fünf Stunden Verspätung. Derzeit geschätzter (!) Abflug um 2:00 Uhr Nacht. Grummel.
Jedenfalls geben wir nun den Mietwagen zurück und setzen um 16:00 Uhr mit der Fähre nach Buenos Aires über.
Wie auch immer, uns erwarten noch 1,5 Tage mit Freund Royce und Rikki in Queens, NYC. Und er hat WLAN ;-)
Update von der Fähre: Sie hat auch Verspätung, dzt. 30 Minuten. Würde unser Flug wie geplant um 21:00 Uhr abheben, wäre es knapp geworden. Quasi Glück gehabt.
Der Obelisk in Buenos Aires. Noch eine Stunde warten, dann mit einem Taxi zum Flughafen fahren. Das Cafe haben wir strategisch gut gewählt - neben einem Taxistandplatz.
Roobert zu Mittwoch, 22. November 17 am 18:02 Uhr | Permalink | Kommentare (1)
Nach einem ruhigen Flug sind wir gut in New York City angekommen. Heute ist Thanksgiving Day, was die Stadt relativ ruhig macht, trotzdem ist der Unterschied zu dem beschaulichen Montevideo enorm.
Wir deponierten unsere Rucksäcke in Schließfächern an der Pennsylvania Station, wo wir morgen sowieso wieder vorbeikommen und spazierten ohne großen Plan herum, immerhin fast acht Kilometer.
Unter anderem gingen wir die gut 2 Km langen "Highline" ab, einer ehemaligen Bahntrasse für Gütertransporte, die ab den 1930er Jahren auf Stelzen durch die Stadt führte:
Der letzte Zug fuhr 1980 auf der Highline, zu Beginn der 1990er Jahre wurde sie zu einer Promenade umgebaut, die zum Flanieren einlädt.
Ohne Worte, Ihr kennt das ;-)
Nun sind wir bei Royce und Rikki in Queens und verbringen einen schönen Abend. Wir kennen einander seit 1981 und haben nie den Kontakt verloren, nachzulesen bei dem Eintrag "New York Tag 2".
Roobert zu Donnerstag, 23. November 17 am 19:26 Uhr | Permalink | Kommentare (0)
Ein feiner langer Abend mit Royce und Rikki, ein gemütlicher Vormittag mit einer im Ofen überbackenen Omlette ... strahlender Sonnenschein, ein wunderbarer Abschluss unserer Reise.
Die letzte Etappe: Mit der Long Island Railroad (LIRR) von Queens zur Penn Station in Manhattan und weiter mit dem New Jersey Transit nach Newark zum Flughafen. Die LIRR-Station "Forest Hills" sieht aus, als ob gleich eine Dampflok käme ;-)
Am Flughafen. Im Hintergrund unter dem Terminal-Zubringer sehen wir (vorerst) zum letzten Mal die Skyline von Manhatten.
That´s all folks, danke für´s Dabeisein. Im Laufe des Wochenendes kommt noch ein resumierender Eintrag!
Roobert zu Freitag, 24. November 17 am 19:03 Uhr | Permalink | Kommentare (1)
Wir sind noch immer wie berauscht von 22 Tagen voller fulminanter Eindrücke. Von den langen Stadtwanderungen in Manhattan und Buenos Aires (74 Km), von der 2.000 Km-Rundfahrt durch die unendlich anmutende Weite von Uruguay und von der gemütlichen Metropole Montevideo. Die Millionenstadt fühlt sich an wie ein Dorf, das noch nicht realisiert hat, eine Großstadt zu sein.
Eva resumiert so: "New York City und Buenos Aires waren spannend, die Vielfalt an Ethnien muss man einfach gesehen haben. Uruguay im allgemeinen und Montevideo im besonderen ist Entschleunigung pur. Was alle drei Städte auszeichnet: Die Warmherzigkeit und Hilfsbereitschaft Reisenden gegenüber."
Sehr erfreulich war, dass Evas und mein Reisestil gut harmonieren. Das selbe Tempo bei Besichtigungen, gleiches Bedürfnis nach Kaffeepausen und Zeit für jeden alleine an den Tagesrändern: Während ich morgens ausschlief, unternahm Eva kleine Erkundungstouren. Nächtens, wenn sie schon ruhte, schrieb ich den jeweiligen Blogeintrag bei ein paar Gläschen Wein.
Was Uruguay auszeichnet und ihm den Beinamen "Schweiz Südamerikas" eingebracht hat: Die niedrige Kriminalitäts- und Korruptionsrate, das weitgehend kostenlose Gesundheitssystem und die niedrige Arbeitslosenquote von derzeit rd. sieben Prozent. Zwar sind neoliberale Umstrukturierungen auch im Gange, zB die Teilprivatisierung der Sozialversicherung, doch geht dieser Umbau aufgrund des traditionell stark verankerten Wohlfahrtsstaates langsamer als anderswo voran.
Zwei praktische Tipps: Anders als auf den Webseiten des Außenministriums dargestellt, reicht für USA (nebst ESTA!), Argentinien und Uruguay ein aktuell gültiger Reisepass zur Einreise aus. Ich erwähne das, weil Evas Pass Anfang Dezember abläuft und wir Sorge hatten, einreisen zu dürfen.
Eine lokale SIM-Karte kostet in Uruguay rd. fünf Euro für 1,5 GB Datenvolumen, womit man locker GoogleMaps als Navi verwenden kann. Netzempfang gibt es auch in der weiten Pampa fast überall. Am Ende der 14 Tage in Uruguay hatten wir immer noch 800 MB "credito", trotz Dauernavigation und viel Herumsurfens.
Nach der Reise ist vor der Reise ;-) Bis zum nächsten Mal verabschieden wir uns mit DEM Ohrwurm für Weltreisende: "Nations of the World" von Yakko & the Animaniacs: Hier klicken und mitschunkeln!
Roobert zu Sonntag, 26. November 17 am 19:27 Uhr | Permalink | Kommentare (1)
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