Der erste Eindruck: Das Land ist endlos weit, spärlichst besiedelt und großteils land- und viehwirtschaftlich genutzt. Zur Orientierung: Uruguay ist halb so groß wie Deutschland und hat 3,3 Millionen Einwohner, wovon 2 Millionen im Ballungsraum Montevideo leben. Statistisch 19 Einwohner pro km2 gegenüber 230.
In Carmelo, der Plaza de la Independencia. Und ein Denkmal für einen während der Diktatur 1973 bis 1985 umgebrachten Mitbürger.
Aldo Perrini ‘Chiquito', 25.5.1939 - 3.3.1974
Wir haben ihn ungerechtweise verloren, nur wegen anderen Denkens.
Familie Perrini
-> Militärdiktatur Kap. 9
Einn Wahrzeichen von Carmelo ist diese Brücke über den Arroyo de las Vacas, den Bach der Kühe: Die "Puento Giratorio", die einzige handbetriebene Drehbrücke Südamerikas.
Nun sind wir schon in Mercedes, dem heutigen Tagesziel. Bei diesem Bild hatte ich den Bildtitel schon im Kopf: "Vorstadt von Mercedes". Doch als wir bei unserem Quartier mitten in der Stadt ankamen, war klar: Das IST schon die Stadt :-)
Rechts das grüne Haus ist unser bei booking.com gestern gebuchtes Apartement für heute Nacht. Die freundliche Rosa hat uns empfangen, sehr herzlich, angenehm!
Nun erkunden wir die Stadt. Um den Rio Negro zu erreichen, mussten wir nur ein paar Blocks nördlich gehen.
Am Weg dorthin: Eines der wenigen historischen Gebäude in Mercedes (nebst ein paar Kirchen):
Das "Cine Rex Theatre", dessen Name ich interessant finde. "Theatre" ist ein französisches oder englisches Wort (spanisch wäre es "Teatro"), doch meines Wissens war Uruguay nie eine französische oder englische Kolonie.
Während einer beschauliche Kaffeezeit am hiesigen Unabhängigkeitsplatz, innerhalb 20 Minuten gesehen - das Kuratorium für Verkehrssicherheit hätte seine Freude damit:
Unser Favorit ist das Bild rechts unten :-)
Auf der "Rambla Carlos Federico Saez" angekommen, einer mächtig breiten Straße, die um 17 Uhr fast menschen- und autolos war.
Das Ufer des Rio Negro ist ein weitflächiges Naherholungsgebiet für die MercedesianerInnen, junge Leute und Familien bevölkern es, neben ihren Mopeds am Boden sitzend oder in mitgebrachten Campingstühlen. Plus einem Gewandmarkt und einer Band, die sich und die Bühne gerade auf den Abendgig vorbereitete.
Würstelstand in Uruguay ;-)
Mittlerweile war die Sonne untergegangen [#SiestaOff] und auf einmal wimmelte es auf der Rambla nur so von Menschen und Autos. Was fast gespenstisch anmutete: KEIN Auto fuhr schneller als 20, 25 kmh, bei erlaubten 45 kmh. Nicht wegen eines Staues, einfach so. Nur die Radfahrer und manche Mopeds waren schneller. Dieses 16 Sek.-Video zeigt das Tempo in Echtzeit: Verkehr auf der Rambla.
Und hier ein vergnüglich geschriebener Artikel über das Autofahren in Uruguay.
Morgen Montag erwarten uns um 9 Uhr (13 Uhr MEZ) ein Apfelkuchenfrühstück von Rosa und neue Entdeckungen: Das Tagesziel ist Salto, rund 340 km mit 3 Stunden Fahrzeit den Rio Uruguay entlang nach Norden. Despacio, langsam.
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