Zeitig wie immer auf dieser Tour brachen wir nach Norden auf, mit dem Tagesziel Kham Duc. Kurz nach der Abfahrt folgte schon der erste Halt, bei einem der Dörfer eines Berglandvolkes.
Das ist das Gemeinschaftshaus der "Bana", einem von 54 Minderheitenvölker Vietnams. Deren Gemeinschaftshäuser sind unter anderem deshalb so hoch, damit man schon von Weitem sehen kann, dass das Land schon besetzt ist.
Es wird für Hochzeiten verwendet, für Gerichts-verhandlungen und als Schule. Drei Mal pro Woche müssen alle Kinder an einem Sprachunterricht teilnehmen, damit ihre eigene Sprache nicht verloren geht.
Der legendäre Ho Chi Minh, der bis heute allerorts sehr verehrt wird. Sein Spitzname war "Uncle Ho".
Ein Wohnhaus der Bana und dessen EIngang. Der Ausgang ist auf der Rückseite des Hauses.
Die Bana und auch die anderen Berglandvölker (googelt nach "Hilltribes Vietnam") leben ausgesprochen einfach.
Der "Hügel 601" (weil er auf 601 m Höhe liegt), auch bekannt als "Skull Hill" (Schädel Hügel"), weil hier viele Soldaten gefallen sind. Erst vor ein paar Monaten sind wieder Skelette gefunden worden, erzählte uns Mr. Long. Dieser Hügel hatte eine besondere strategische Bedeutung im Vietnamkrieg.
Mr. Long übersetzt uns die vietnamesische Inschrift auf der Gedenktafel.
"Duong" heisst "Pfad", wir sind dort, wo der originale Ho Chi Minh-Pfad verläuft, am Dreiländereck Vietnam, Kambodscha und Laos.
Links geht es zurück nach Kon Tum, wo wir gestern waren, geradeaus nach Kambodscha und rechts nach Laos.
Reis wird zum Trocknen neben der Straße ausgebreitet.
Als nächstes besuchten wir wieder ein Bergvolk, diesmal die Trieng. Die Frau brät gerade Maiskörner für das Mittagessen. Wobei dieses Volk keine fixen Essenszeiten kennt. Sie essen immer dann, wenn sie gerade etwas haben ...
Dieser Schuppen dient normalerweise als Lagerraum. Wenn aber die Frau der Familie schwanger ist und die Geburt ca. ein Monat entfernt ist, wird er leergeräumt und sie übersiedelt bis zur Geburt dorthin. Niemand außer ihrem Mann darf dann den Raum betreten.
Das "Badezimmer" der Trieng.
Nun ist wieder eine Quizfrage (ohne Preis :-) an der Reihe: Um welche Frucht handelt es sich bei diesem Baum?
|
|
|
Es ist die Pomello, eine Zitrusfrucht!
Reisterrassen im Hochland. Diese Gegend ist nicht wegen des Entlaubungsmittels Agent Orange so kahl, sondern weil die Bergvölker den Wald auf der Suche nach Brennholz schlägern.
Wir fuhren immer höher in die Berge, um auch den Dschungel zu sehen, wie er vor dem Vietnamkrieg fast überall in Vietnam vorhanden war.
Weil die Vietcongs in dem dichten Urwald nicht auszumachen waren, wurde das schon mehrfach erwähnte Agent Orange eingesetzt. Sechzehn Prozent des Landes wurden mit rd. 80 Millionen Liter des Giftes besprüht.
Am Weg nach Khma Duc kamen wir bei auch bei ein paar Häusern eines weiteren Berglandvolkes vorbei.
Mr. Long war ganz erstaunt, dass niemand vom Stamm der nomadischen "Brau" mehr hier war, die Hütten waren verlassen. Vor drei Monaten hatte er sie noch besucht. Nur ein Grenzsoldat war da und er berichtete, dass die Gruppe vor vier Wochen aus ihm unbekannten Gründen weggezogen sei, obwohl der Staat ihnen die Hütten gebaut und ein paar Wasserbüffel geschenkt hatte. Seine Aufgabe war es, sie zum Bleiben zu überzeugen, doch es war ihm nicht gelungen.
Als wir schon weiterfahren wollten, kam diese Frau mit ihren Kindern des Weges. Mr. Long erfuhr, dass sie von ihrem Stamm zurückgelassen worden war, weil ihre Kinder zu klein für die Wanderschaft sind.
Sie machte auch einen sehr traurigen Eindruck und hofft nun, dass ihr Mann doch noch zurückkommt, um sie nachzuholen.
Derweil suhlen sich die Wasserbüffel im Teich ...
... und wir fuhren weiter nach Kham Duc.
Morgen ist leider schon der letzte Tag unserer unvergesslichen Tour mit Mr. Long und Mr. Oangh von den Dalat Easy Rider. Wir werden nach Hoi An fahren und einen Tag am Strand ausspannen, bevor es nach Hanoi und zur Halong Bay weitergeht!
Letzte Kommentare