Fr., 19. Nov.: In der Früh holte uns wie ausgemacht Mr. Long samt Fahrer und Van ab und wir brausten los Richtung Norden, durch eine recht kultivierte Landschaft.
Laut Mr. Long arbeiten rd. 65 % der Menschen in der Landwirtschaft, wobei Reis und Kaffee zu den Hauptprodukten gehören. Was wir nicht wussten: Dass Vietnam nach Brasilien der weltweit zweitgrößte Produzent von Kaffee ist!
Und Blumen! Die hat ein Niederländer in Vietnam eingeführt, gezüchtet und auch seine Umgebung daran teilhaben lassen, wie das am Besten geht.
Dann besuchten wir das Haus eines Kaffeebauern. Da die Pflanze aber nur einmal jährlich geerntet werden kann, produziert er, wie viele andere auch, dazwischen allerlei anderes.
In seinem Fall sind es Bambusprodukte. Hier zB Ablageflächen ...
... und Stellagen, in denen Seidenraupenkokons wachsen können.
A propos Seide: Eine Seidenfabrik besuchten wir gleich danach. Die Ablageflächen für die Kokons sind eben solche, wie sie der Vietname in den obigen Bildern hergestellt hat.
Hier werden die Fäden von den Kokons abgewickelt. Ein Kokon hat stolze 800 bis 1.200 m Faden auf sich!
Die Fäden werden mittels automatischer Webstühle zu Tüchern mit verschiedenen Mustern gewoben. Welches Muster es werden soll, wird mit diesen Vorlagen bestimmt. Im Bild oben sieht man so etwas wie die uns aus den 70er Jahren bekannten Lochkarten!
Weiter ging die Fahrt und Mr. Long wurde nicht müde, uns etliche Detail des vietnamesischen Lebens und der Geschichte zu erzählen. Unmöglich, das alles hier wiederzugeben ;-)
Kennt Ihr diese Frucht? Oder die in nächsten zwei Bildern? Die Auflösung steht weiter unten, unter dem Bild der Frau mit der rosa Weste!
Im ersten gefragten Bild ist Kaffee zu sehen! Und Bild zwei und drei zeigt das Gewürz Curry!
Ein Stau auf der Landstraße! Warum?
Weil ein LKW auf der dirt road steckengeblieben ist.
Die nächste Station: Das erste Berglandvolk unserer Tour, die M'nong, die in einer matrilinearen Gesellschaft leben.
Wir haben viel über die Lebensweise der M'nong gehört, was wir hier leider nicht im Detail wiedergeben können - dazu hat ein Tag, bzw. eine Nacht, zu wenige Stunden :-) Bitte lest im oben angeführten Link weiter oder googelt selbst (Stichworte: Hill Tribes, Vietnam).
Das gilt auch für die weiteren Stationen unserer Easyrider Tour, wir erleben Vietnam hier dank des gesprächigen deutsprachigen Führers so intensiv, wie noch kein Land unserer Reise!
Den nächsten Halt machten wir schon wenige Kilometer später, bei einer Ziegelfabrik.
Das sind die Kinder der Angestellten jener Ziegelfabrik, die wegen des Sonntagszuschlags auch heute arbeiteten.
In der Hütte rechts oben im Bild steht die simple Maschine, mit der der lehmhältige Boden dahinter zu Zieglen geformt wird.
Erdklumpen werden aus dem Boden herausgeschnitten ...
... an einem Ende in die Maschine gelegt ...
... am anderen Ende kommt der ungeschnittene Ziegelstrang heraus ...
... wo er automatisch in gleich große Stücke geschnitten wird ...
... und mit Schubkarren abtransportiert wird.
Hier werden die Ziegel vorgetrocknet, bevor sie in einem Kohleofen gebrannt werden.
Die letzte Station des heutigen Tages war wiederum ein privates Wohnhaus.
Dieser Mann ist 26 Jahre und hat bereits vier Kinder. Die zwei Großen arbeiten gerade mit der Mutter in einem Reisfeld, derweil er sich um die Kleinen kümmert ...
... und die Curry-Ernte betreut.
Danach, als es schon dunkel war - fast könnte man sagen "endlich" :-) - checkten wir in ein Resort an einem See ein, plauderten noch mit Mr. Long und gingen bald schlafen. Die Fülle der Eindrücke ist gewaltig ... :-)
Sa., 20. Nov.: Das Resort lag zwar wunderschön zwischen zwei Seen eingebettet, aber das Essen sollte nicht so gut sein, versicherte uns Mr. Long. Deshalb brachen wir früh auf und kauften das Frühstück auf einem Markt ein (Baguettes, Streichkäse, Wurst). Dort gab es auch einiges zu sehen:
Gänse am Grill, ...
... lebende Fische im Heisswasserbett, ...
... Hunde- und Katzenfleisch, sowie ...
... süsse Erinnerungen an zu Hause :-)
Dann lotse uns Mr. Long zu einem Wasserfall, wo wir schwimmen gehen und ein Picknick abhalten konnten.
Ein paar Minuten kraxelten wir dort hinunter und es war in der Tat ein netter Anblick.
Nächste Station: Zwei Wasserfälle, die nach einem 20-minütigem Spaziergang zu errichen waren, zum Teil über abenteuerliche Hängebrücken!
Die letzte Station des Samstags war diese unscheinbare Fabrik. Ja, eine Fabrik. Hier werden Zutaten für weltberühmte Getränke hergestellt. Wofür - das verraten wir am Ende der Produktionshistorie!
Die Grundlage deren Produktion ist Kristallzucker, aus vietnamesischem Zuckerrohr.
Der Zucker wird geschmolzen ...
... und in Kübeln gefüllt, die von unten bis oben mit Baumwollfäden durchzogen sind.
Dann ruhen die Kübel samt Füllung für eine Woche.
Et voilà! Das Ergebis ist Kandiszucker auf Baumwollfäden!
Gut verpackt wird der Kandiszucker an einen Zwischenhändler in Saigon verkauft. Der wiederum beliefert (u.A.) sowohl den Coca-Cola, als auch den Pepsi-Cola Konzern! Wenn Du also das nächste Mal ein Cola trinkst, kannst Du großspurig behaupten, den vietnamesischen Zucker herauszuschmecken :-)))
Am Abend kamen wir in Buon Ma Thuot an und Kristina gönnte sich im Hotel eine gute Ganzkörpermassage, die es in sich hatte :-) währenddessen Robert, Matthias und die Burschen in ein Straßenrestaurant gut Speisen gingen.
Morgen ist Frühstück mit Mr.Long und unserem Fahrer Mr. On für 8 Uhr angesagt. Sicher haben sie wieder eine Fülle an Besuchstationen für uns vorbereitet!
Letzte Kommentare