Der Weg von Bratislava über die Kleinen Karpaten ist der Beginn des slowakischen Teils des Europäischen Fernwanderwegs E8. Er führt nach Nordosten durch eine liebliche, dem Wienerwald sehr ähnliche Gegend, die, vor allem anfangs, von vielen Mountainbikern befahren wird.
Wir sind ca. 100 km bis Myjava gegangen, dort war dann Schluss, weil mir die kommenden Bergetappen zuviel geworden wären.
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Mir war diese Wanderung in vier Punkten eine Lehre:
1) Vorbereitung. Ich habe ja spekuliert, wesentlich weiter zu gehen, evtl. sogar bis Kosice im Osten der SK. Doch ich hatte mich vorher keine Minute mit der Route in der Großen Fatra und der Niederen Tatra beschäftigt, war viel zu übermütig. Das Motto lautete: Sachen einpacken und los!
Dass es dann dort sooo gebirgig werden würde, habe ich zwar wahrgenommen, aber schlicht ignoriert. Ebenso, dass ich keine Erfahrung in richtigem Bergwandern habe. Das ist mir erst am 3. Tag der Tour klar geworden, als ich mir erstmals die Fatra- und Tatra-Etappen genauer auf den Karten angesehen habe.
2) Ernährung. Ich hatte, wie gewohnt, für Sam und mich Notrationen mit. Für mich gab es Datteln, Müsliriegel und Nescafe. Nun musste ich die 2. und 3. Nacht campieren und es gab keine Chance, eine ordentliche Mahlzeit oder ein Frühstück herzubekommen. Wohl auch deshalb hat mich der Anstieg auf den Vapenna so beansprucht. Muss mich über bessere Notrationen schlau machen ...
3) Wasser. Bis jetzt sind wir immer im Frühjahr gewandert, für Sam fanden sich reichlich Trinkstellen. Und ich kehrte oft in Gasthäuser auf einen Imbiss und Flüssigkeit ein. So kam ich locker mit max. 0,5 L Wasser im Gepäck aus.
Doch diese Wanderung fand im Sommer bei bis zu 30 Grad statt, das Land war trocken, streckenweise kein Bach, nicht mal eine Pfütze für Sam. Und ich konnte nicht alle paar Stunden einkehren, weil es nichts gab. Ergo hatte wir auf einmal 2,5 L Wasser mit und auch das war manchmal knapp ...
4) Ausrüstung. Der Rucksack wog 17 kg, die Bauchtasche 1 kg, da hätte ich schon ahnen können, dass das für mich im Gebirge zu viel ist. Mit "Ultra Low Weight" Ausrüstung könnte ich das auf unter 10 kg runterbringen und dann sieht die Sache schon anders aus. Werde demnächst eine Test-Bergwanderung mit so viel Gewicht machen, dann weiss ich mehr ...
Als Fazit bleibt: Es war bis zum Schlusspunkt in Myjava eine sehr schöne Tour, bin froh, mich nicht der Bergwelt danach ausgesetzt zu haben und habe wichtige Erkenntnisse gwonnen. Irgendwie dürfte ich es schon geahnt haben, denn der erste Titel des Weblogs hieß ja " ... Richtung Kosice, solange es Spaß macht". Dieses Ziel habe ich erreicht :-) ich habe aufgehört, bevor es keinen Spaß mehr gemacht hätte.
Die einzelnen Etappen und Unterkünfte für alle, die sich zu dieser Wanderung anregen lassen:
29.8.: Bratislava -> Sedlo Baba, 7 Std. netto Gehzeit
"Motel na vrchu Baba", Pezinok, 90201
Tel. +421 33 640 3636
[email protected]
www.motelnavrchu.sk
30.8.: Sedlo Baba -> "Mon Repos", 7 Std. 50
Keine Unterkunft, Zelten mit Einverständnis des Besitzers möglich.
31.8.: Mon Repos -> "Bukova Camping", 1 Std. 40
Am Stausee westl. von Bukova, Zelten ist gratis, Minibuffet von 9-21 Uhr.
1.9.: Bukova Camping -> Planinka bei Dobra Voda, 5 Std 25
"Hotel Planinka", Dechtice 91953
Tel. +421 905 35 3409
[email protected]
www.planinka.sk
drei km südl. von Dobra Voda, 1,3 km westl. der Hauptstraße nach Dechtice
2.9.: Planinka -> Myjava, 6 Std. 30
zB das "Hotel Stefanik", Myjava 90701
Tel. +421 34 621 21 21
[email protected]
am Ende der Kleinen Karpaten in Myjava.
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Ich danke Euch für die lieben Kommentare, für die virtuelle Begleitung und freue mich auf die nächsten "gemeinsamen" Touren! Mit Euch macht Wandern und Bloggen echt Spaß!
Liebe Grüße,
Robert und Sam (Klick!)
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